| 1994 - Alptraum oder Alpentraum |
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Es begab sich zu der Zeit, als uns - Rolf und Jens Bodenstein, Alfred Buttgereit und mir- die Rhön zu niedrig, Hanstholm zu kalt, die Anden zu weit und Schottland zu schwierig zu erreichen waren, daß wir gen Süden aufbrachen, um neue segelfliegerische Gebiete zu erkunden. Gesagt, geplant, getan kam es im Juni`94 zur ersten Kärntenreise zum Gaugen. Unserer Uner-fahrenheit war es zuzuschreiben, dass wir neben einer geringen Anzahl von Seglern (cirka 38- es könnte ja mal etwas kaputtgehen) auch eine Wilga zum F-Schlepp in das Land der unbe-grenzten Segelflugmöglichkeiten mitnahmen. Es war von allem etwas und doch nicht das, was anfangs zugeschnitten war. Die Unterbringung auf dem Gaugen ist herrlichst: eine nicht zu übertreffende Hüttenatmosphäre mit einer genialen Fliegerkameradschaft führte zum Absterben einiger Leberzellen und der Ausbildung vieler neuer Lachmuskeln. Wer von Euch Klaus Fehrmann kennt und sich das Zusammentreffen mit Rolf Bodenstein vorstellen kann, weiß welch kulturellen Hochgenuss die Abende auf dem Gaugen darstellen. Zum Fliegen: Thermik mäßig, aber nicht übermäßig, das Panorama überwältigend, die Landemöglichkeiten bescheiden und kaum zu glauben: es wurde F-Schlepp an einem Schlechtwettertag gemacht. Nachteilig war die medizinisch nicht zu vertretende Belastung des 20-30 minütigen Aufstiegs zur Startstelle. Röchelnde Rufe des hochroten Rolf in kärntnerisch hervorgebrochen: "I mog net meeehhr !" und das erschreckende Anschwellen der Wadenmuskeln von Alfred, sowie der dramatische Rückgang des Zigarettenkonsums von Jens Bodenstein und mir ließen nur ein Ergebnis zu: erneuter Gaugenurlaub nur ohne Wilga aber mit Sauerstoffzelt, Sanitätstrage und Bernadiner zur Modellsuche.
Punkt 4 muss erklärt werden: Bislang war der Main die Höchstgrenze der sprachlichen und zwischenmenschlichen Beziehungen - dahinter beginnt Norditalien. Auf der Koralpe lernten wir 1995 ein Trüppchen Namens "Schildwachtflieger" aus Geislingen kennen und schätzen. Anfänglich skeptisch riefen beide Seiten nach Dolmetschern, nunmehr ist ein fast blindes Verstehen daraus geworden: "Rolf da lingsch gaats!" oder "Peter kanscht mi ma naufschwätze?" sind uns Borstlern geläufige, fast geliebte Ausdrücke der schönsten Nebensache der Welt geworden. Das dieses Trüppchen neben der Fliegerei auch noch eine Menge unternimmt - Hüttenwanderungen, Tennisturnier - sei nebenher bemerkt. Unser modellfliegerischer Kulturaustausch bestand in der Einweisung dieser unwissenden Kreaturen in die höheren Weihen des F-Schlepps mangels Schleppmaschine mit Elektroseglern durchgeführt. Wolfgang und ich haben bereits eine Flugsafari im Schwabenreservat Geislingen erlebt. Dort mitten unter freilaufenden schwäbischen Kreaturen erlebten wir Hangflug im, über und durch den Wald; dazu vielleicht ein anderes Mal mehr. Selten Auf Langen Thermikflügen Obengeblieben
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